9. Beispiele für Offene Schallwände

Ob als Anregung für eigene Entwürfe oder als "sichere Bank" zum Nachbauen - die hier vorgestellten Konstruktionen funktionieren und haben sich bewährt. Ich bitte um Verständnis, wenn ich bei kommerziellen Angeboten aus Copyright-Gründen vorwiegend auf die jeweilige Website verweise.

Visaton: NoBox
Bert Doppenberg: Quasar Mk II
Norbert: Schallwand mit Ciare CH 250
Jon Marsh: Arvo Pärt

 

Weitere Beispiele folgen.

 

 

 

Visaton NoBox

NoBox in zwei verschiedenen Gehäuseversionen

Ein Visaton Bauvorschlag mit dem 20 cm Breitbänder B 200 und dem 38 cm Tieftöner BGS40. Alle benötigten Daten und Maße finden sich bei Visaton im Internet.

Mit einer Trennfrequenz von 250 Hz und der Kombination aus Breitbänder und Tieftöner ist die NoBox ein typischer Vertreter des FAST-Prinzips. Möglicherweise kann der Frequenzgang durch einen seitlichen Versatz des B 200 noch optimiert werden.

 

 

 

 

Bert Doppenbergs Quasar Mk II

Quasar Mk II Vorderseite Quasar Mk II Maße Quasar Mk II Rückseite

Die Quasar Mk II von Bert Doppenberg (BD-Design) bringt den OB-Gedanken beeindruckend in Form. Ein fullrange-betriebener Breitbänder (Fostex FE 206 E) wird unterhalb 250 Hz von zwei parallel geschalteten BD15-Tieftontreibern mit eigenem Verstärker unterstützt. Die Dicke der Schallwand (156 mm) mag sich zum Teil nach ästhetischen Gesichtspunkten richten - 100 mm sind aber aus Stabilitätsgründen sicher erforderlich. Lt. BD brauchen die Schallwandöffnungen nach hinten nicht konisch aufgeweitet zu werden. Für den Breitbänder führe die zylindrische Öffnung auf der Rückseite sogar zu einem besseren Frequenzgang.
Die exklusive Ausstattung der Quasar Mk II hat ihren Preis, diese Offene Schallwand kann aber auch als hochwertige Anregung für eigene OB-Entwürfe dienen.

Wer sich dafür interessiert, wie wohl eine Quasar Mk I ausgesehen haben mag: Deutlich anders als der Nachfolger.

 

 

 

 

Norberts Schallwand mit Ciare CH 250

So elegant kann eine Schallwand sein! Und das sind die Maße

Norbert ist ganz wesentlich am Entstehen von "Dipolplus" beteiligt. Denn seine Offene Schallwand war für mich eines der ersten und besten Beispiele dafür, wie elegant so etwas aussehen kann. Außerdem beschrieb er nachvollziehbar, wie man eine OB in Zusammenarbeit mit dem Raum zum Klingen bringt. Deshalb hier sein Originalkommentar:

"Angenommen, das Chassis befindet sich 70 cm über dem Boden, dann findet (und das gilt für jede Box!) eine λ/4-Kopplung statt. Dies bedeutet, bei einer Wellenlänge von 2,80 m entsprechend rechnerisch ca. 122 Hz wird der Schalldruck um +3dB angehoben. In der Realität sieht das allerdings etwas anders aus, da die Schallwellen des Chassis nicht senkrecht nach unten, sondern sphärisch abgestrahlt werden und nicht EIN Punkt unter dem Chassis, sondern ein Kopplungs-Bereich (zwischen Schallwand und Hörer) existiert. Heißt, der angehobene Bereich liegt zwischen 80-120 Hz. Bei der doppelten Frequenz (160-240 Hz) findet eine Absenkung statt, die aber z.B. bei dickem Teppichboden im oberen Bereich schon abgeschwächt sein kann. Steht der Dipol nun etwa 40-50 cm von der Wand weg, so findet hier ebenfalls eine breitbandige Kopplung zwischen 130-200 Hz statt, die die Absenkung der Bodenkopplung in etwa wieder aufhebt.
Die Größe der Schallwand wird nun so gewählt, dass die aufstellungsbedingten Anhebungen durch den dipolbedingten Abfall aufgehoben werden. Bei einer Wand 0,6 x 1,0 m ist das so bei <= 150 Hz der Fall. Das bedeutet, der Dipol ist "nur" als Satellit ab 80 Hz einsetzbar. Das macht allerdings Sinn, da unterhalb diese Bereichs der Raumreso-Tanz losgeht und ohnehin entfesselte Sub's sinnvoll sind.
Es sei denn ... und nun kommt endlich das Ciare-Chassis ins Spiel. Mit einer Resonanzfrequenz von 65 Hz und einem Qts von 1,36 (eine Alternative wüsste ich derzeit nicht) erzeugt es einen "Buckel" zwischen 50-80 Hz, der die Senke des Dipols korrigiert, sodass ein Fullrangesystem zwischen 55-16000 Hz entsteht.
Und damit sind wir beim Klang: Eine "trocken" auf den linken Kanal abgemischte Gitarre hörst Du auch da und nicht 1,5 m hinter der Box. Ebenfalls gibt es (wegen 1.) keine "weit über die Boxen hinausgehende" Basisbreite, dafür aber eine stabile Ortung in diesem Bereich. Der Klang ist im besten Sinne "präsent" und "direkt", was nicht jedermanns Sache ist. Wer sich allerdings darauf eingehört hat, für den klingen andere LS wie "eingeschlafene Füße".

"Norbert" postet im Audiotreff-Forum.

Die Schallwand besteht übrigens aus Einscheibensicherheitsglas (ESG) 8 mm. Die Halterung für den Lautsprecher ist aus 18 mm Buche-Multiplex. Norbert empfiehlt als noch bessere Lösung einen Sandwich-Aufbau aus 2 x 6 mm Buche-Multiplex, bei dem der Ciare versenkt eingebaut werden kann.

 

 

 

 

Jon Marsh´s Arvo Pärt

Arvo Pärt Version 1 Arvo Pärt - beide Versionen im Rohbau Arvo Pärt Version 2

Eines der ehrgeizigsten OB-Projekte ist sicherlich die "Arvo Pärt", die von Jon Marsh entwickelt und bei HTGuide dokumentiert wird. Im Gegensatz zu Linkwitz´ Orion soll die Arvo Pärt im Mittel-/Hochtonbereich ausschließlich mit passiver Trennung arbeiten. Den derzeitigen Entwicklungsstand dokumentieren diese beiden Prototypen. Die Tieftöner sind 12"-Treiber, die Mittelton-Lautsprecher haben 6" Durchmesser. Ausschnitte für den Hochtontreiber fehlen in den Prototyp-Schallwänden noch. Die angestrebten Trennfrequenzen liegen bei 200 Hz und 1200 Hz:

Der angestrebte Frequenzgang

 

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